Die Umstellung eines großen Nutzfahrzeugfuhrparks ist ein langfristiger Prozess. Neue Antriebstechnologien müssen sich im anspruchsvollen Entsorgungsalltag bewähren, Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur müssen zusammenpassen und Investitionen über die gesamte Nutzungsdauer tragfähig sein.
FES verfolgt deshalb einen klaren Grundsatz: Steht eine Neubeschaffung an, wird geprüft, ob ein geeignetes Elektrofahrzeug verfügbar und wirtschaftlich einsetzbar ist. Wo diese Voraussetzungen erfüllt sind, ersetzt ein elektrisch betriebenes Fahrzeug konventionelle Verbrennermodelle.
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Elektrische Müllfahrzeugflotte wächst deutlich
Der größte Hebel liegt bei den Müllfahrzeugen - den Abfallsammelfahrzeugen, wie sie fachsprachlich heißen. Ihr Gewicht, ihre hohe Auslastung und die zahlreichen Anfahr- und Bremsvorgänge machen sie zum größten CO₂-Verursacher der FES-Flotte. Im Jahr 2024 waren zwölf elektrische Müllfahrzeuge im Einsatz. Zum Erscheinen dieses Nachhaltigkeitsberichts ist ihre Zahl auf 23 gestiegen und hat sich damit nahezu verdoppelt.
Auch über die Abfallsammelfahrzeuge hinaus wächst die E-Flotte. Im Jahr 2025 verfügte die FES-Gruppe insgesamt über 148 reine Elektrofahrzeuge – 14 mehr als im Vorjahr. Dazu gehören neben Dienst-Pkw auch schwere Nutzfahrzeuge. Bereits 2024 waren unter anderem fünf elektrische Sattelzugmaschinen, ein elektrischer Abrollkipper und ein elektrischer Lkw für den Tonnentausch im Einsatz.
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Neue Technik im Praxistest
Ob eine neue technische Lösung überzeugt, zeigt sich im täglichen Einsatz. Deshalb testen FES und FFR Fahrzeuge und Systeme zunächst in der Praxis – mit unterschiedlichen Ergebnissen. So wird eine neue Schüttung für Müllfahrzeuge aufgrund besserer Bedienbarkeit und höherer Sicherheitsstandards inzwischen standardmäßig eingesetzt. Ein kraftstoffsparendes Getriebe für Diesel-Abroller befindet sich noch in Prüfung.
Elektrische Kehrmaschinen und Abrollkipper erfüllen die technischen Anforderungen grundsätzlich, sind jedoch erheblich teurer als vergleichbare dieselbetriebene Fahrzeuge und erfordern zusätzliche Investitionen in die Ladeinfrastruktur. Aufgrund geringer Verfügbarkeit und technischer Probleme bei einem Wasserstoff-Elektro-Müllfahrzeug konzentriert sich FES bei schweren Nutzfahrzeugen künftig auf rein batterieelektrische Antriebe.
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Ladeinfrastruktur wächst mit der Flotte
Mit der Zahl elektrischer Fahrzeuge wächst auch der Bedarf an geeigneten Lademöglichkeiten. Im Jahr 2025 stellte FES an zehn Standorten insgesamt 112 Ladepunkte zur Verfügung. 55 davon sind öffentlich zugänglich.
Für 2026 sind 14 weitere Ladepunkte geplant, darunter sechs öffentliche. Damit soll die Gesamtzahl auf 126 steigen. Der größte einzelne Ausbau ist am Standort Heddernheimer Landstraße vorgesehen: Zu den dort vorhandenen 35 Ladepunkten sollen sechs weitere hinzukommen.
Fahrzeugbeschaffung und Ladebedarf werden aufeinander abgestimmt, damit die elektrischen Fahrzeuge zuverlässig in die betrieblichen Abläufe integriert werden können. Gerade bei schweren Nutzfahrzeugen müssen dabei neben der Zahl und Leistung der Ladepunkte auch Standzeiten und Einsatzpläne berücksichtigt werden.
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Werkstattkompetenz für die elektrische Flotte
Mit der Elektrifizierung verändern sich auch die Anforderungen an Wartung und Reparatur. FES qualifiziert die Mitarbeitenden der eigenen Werkstatt deshalb kontinuierlich weiter, unter anderem in der Hochvolt-Mechatronik. So bleibt wichtiges technisches Wissen im Unternehmen und ein wachsender Teil der erforderlichen Arbeiten kann durch eigenes Fachpersonal ausgeführt werden.
Im Jahr 2025 begann zudem der Aufbau einer zweiten Werkstatt auf einer neuen Liegenschaft in Fechenheim-Nord. Der Standort wird zu einem Kompetenzzentrum für Elektromobilität entwickelt und schafft zusätzliche Kapazitäten für die Wartung und Reparatur der wachsenden elektrischen Nutzfahrzeugflotte.
Mit mehr elektrischen Müllfahrzeugen, einer wachsenden Ladeinfrastruktur und zusätzlichen Werkstattkapazitäten schafft FES Schritt für Schritt die Voraussetzungen dafür, die Flotte für die Abfallsammlung bis 2035 vollständig auf elektrische Antriebe umzustellen.
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