Die Klimabilanz der Jahre 2023 und 2024 basiert wie in den Vorjahren auf den Standards des Greenhouse Gas Protocols. Erfasst werden die direkten Emissionen (Scope 1) aus Fuhrpark, Anlagen und Prozessen sowie die indirekten Emissionen (Scope 2) aus Stromnutzung. Besondere Bedeutung haben für die FES-Gruppe die biogenen Emissionen, die vor allem durch die thermische Verwertung organischer Abfälle sowie die Behandlung des Bioabfalls entstehen. Sie werden gesondert ausgewiesen. Scope-3-Emissionen (z. B. durch Lieferketten, Mitarbeitermobilität) sind weiterhin nicht Teil der Bilanz.
Alle Treibhausgase werden in CO₂-Äquivalente (CO₂e) umgerechnet. Auf diese Weise lassen sich die Auswirkungen verschiedener klimawirksamer Gase vergleichen. Auch die Klimabilanz insgesamt ist so mit anderen und mit den Klimazielen der Stadt Frankfurt vergleichbar.
§grafik5§
Gebäude, Prozesse und stationäre Anlagen
Die Emissionen aus diesem Bereich lagen 2022 bei 121.786 Tonnen CO₂e, 2023 bei 122.892 Tonnen und 2024 schließlich bei 118.089 Tonnen CO₂e. Der jüngste Rückgang ist vor allem auf einen zweiwöchigen Anlagenstillstand im Müllheizkraftwerk während der Revision sowie in geringerem Maß auf allgemeine energetische Verbesserungen bei Heizsystemen und Gebäuden zurückzuführen.
Nach einem leichten Anstieg 2023 sind die Emissionen aus diesen Quellen 2024 um knapp vier Prozent gesunken und liegen damit rund drei Prozent unter dem Niveau von 2022.
§grafik7§
Fuhrpark
Die Emissionen des Fuhrparks sind leicht angestiegen: von 10.428 Tonnen CO₂e im Jahr 2022 auf 10.387 Tonnen im Jahr 2023 und 10.565 Tonnen im Jahr 2024. Grund für das annähernd gleichbleibende Niveau ist die weiterhin hohe Kilometerleistung und eine leicht gestiegene Anzahl der Fahrzeuge. Mit rund 10.000 Tonnen CO₂e bleibt Diesel die dominante Emissionsquelle.
§image1§
Gleichzeitig treibt die FES-Gruppe die Elektrifizierung ihrer Flotte voran. Die Einführung von E-Müllfahrzeugen und E-Sattelschleppern zeigt, dass auch im Entsorgungsbereich Alternativen erprobt und ausgebaut werden. Damit verbunden steigt zwar der Strombedarf, zugleich eröffnet sich aber die Möglichkeit, fossile Emissionen zu senken sowie schädliche Abgase und Lärm vor Ort zu vermeiden.
§image2§
Stromnutzung
Die Emissionen aus Stromnutzung lagen 2022 bei 650 Tonnen CO₂e, stiegen 2023 auf 800 Tonnen und erreichten 2024 mit 1.113 Tonnen CO₂e ihren bisherigen Höchststand. Gegenüber 2022 bedeutet dies einen Anstieg um mehr als 70 Prozent. Hauptursache ist das Laden großer E-Fahrzeuge, das seit 2024 erstmals in größerem Umfang innerhalb der FES-Gruppe erfolgt. Dazu zählen fünf E-Müllfahrzeuge, drei E-Sattelschlepper der FFR sowie E-Busse externer Dienstleister. Dieser zusätzliche Strombedarf macht die Transformation sichtbar: Er ist ein Invest in klimafreundliche Mobilität. Entscheidend ist dabei, den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien konsequent auszubauen, um den positiven Effekt der Elektrifizierung voll wirksam werden zu lassen.
§grafik4§
Emissionen biogener Herkunft
Die biogenen Emissionen lagen 2022 bei 131.965 Tonnen CO₂e, stiegen 2023 leicht auf 133.053 Tonnen und reduzierten sich 2024 deutlich auf 124.695 Tonnen CO₂e. Damit ergeben sich Einsparungen von über 7.000 Tonnen im Vergleich zu 2022 und mehr als 8.300 Tonnen innerhalb eines Jahres.
Der Rückgang hängt hauptsächlich, wie auch im Fall des Rückgangs der nicht-biogenen Emissionen aus Anlagen, mit dem Betriebsstillstand im Müllheizkraftwerk zusammen. Biogene Emissionen entstehen dort im Wesentlichen bei der thermischen Verwertung organischer Abfälle wie Holz, Bio- oder Papieranteilen im Restmüll. Als Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs werden sie gesondert ausgewiesen, um die Gesamtemissionen transparent darzustellen.
§grafik1§
CO₂-Fußabdruck und CO₂-Handabdruck
Der CO₂-Fußabdruck der FES-Gruppe insgesamt stieg von 264.828 Tonnen im Jahr 2022 auf 267.132 Tonnen im Jahr 2023 und sank auf 254.461 Tonnen im Jahr 2024. Über zwei Jahre ist es somit zu einer Verminderung des THG-Ausstoßes von 11.000 Tonnen CO₂e gekommen.
Der CO₂-Handabdruck – die durch FES-Aktivitäten vermiedenen Emissionen – betrug 77.598 Tonnen CO₂e im Jahr 2022, stieg 2023 auf 80.171 Tonnen und sank 2024 auf 65.979 Tonnen. Den größten Beitrag leisten das Müllheizkraftwerk mit der energetischen Nutzung von Abfällen, gefolgt von der Biogaseinspeisung der RMB Rhein-Main Biokompost GmbH. In geringerem Maß sind Photovoltaikanlagen beteiligt.
§grafik2§
Fazit
Aus den Klimabilanzen der letzten Jahre lassen sich keine eindeutigen Tendenzen herauslesen, wenngleich sich manche Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Zahlen spiegeln. Die Fahrzeugflotte erbringt weiter eine hohe Kilometerleistung und die zunehmende Elektrifizierung führt zu einem spürbar höheren Strombedarf. Dieser Mehrbezug ist ein notwendiger Schritt, um langfristig fossile Emissionen zu vermeiden – zumal sich der Erzeugungsmix beim Strom zunehmend in Richtung erneuerbarer Quellen verschiebt. Die Emissionen aus stationären Anlagen und auch die biogenen Emissionen sind gesunken, was vor allem am zeitweisen Anlagenstillstand im MHKW liegt. Verbesserungen in der Gebäude- und auch Prozesseffizienz bleiben Teil der strategischen Ausrichtung, wenngleich in den Geschäftsjahren 2023/24 keine größeren Maßnahmen umgesetzt wurden.
Für die Bürgerinnen und Bürger resultierte insgesamt eine geringere Belastung durch Emissionen als in den Vorjahren und für Politik und Verwaltung ein messbarer Beitrag zu den Klimazielen der Stadt. Die FES-Gruppe investiert weiter in nachhaltige Prozesse und Technologien und leistet so nicht nur einen Beitrag zur kommunalen Daseinsvorsorge, sondern gestaltet aktiv die Transformation hin zu einer klimafreundlicheren Stadt.
§grafik3§











