Bei der Verbrennung von Restabfällen entsteht Schlacke – sie macht etwa ein Viertel des Gewichts der ursprünglich eingesetzten Abfallmenge aus und setzt sich überwiegend aus mineralischen Anteilen, wie Sand, Glas oder Keramik, und diversen Metallen zusammen. Die Schlackeaufbereitungsanlage separiert die eisenhaltigen und die Nichteisenmetalle, um sie in den Stoffkreislauf zurückführen zu können. So können Eisen, aber auch Aluminium, Messing und Kupfer wiederverwertet werden. Dieses Urban Mining, der „Abbau“ von Sekundärrohstoffen aus Siedlungsabfällen, leistet einen Beitrag dazu, Deutschland weniger abhängig von Rohstoffen zu machen. Die dann noch verbleibende Schlacke wird am Deponiestandort Flörsheim-Wicker vor allem beim Wegebau und als Abdeckmaterial deponiebautechnisch eingesetzt.
§grafik1§
Bis zu 125 Tonnen pro Stunde bewältigte die SABA in Flörsheim-Wicker im Zweischichtbetrieb, jährlich bis zu 500.000 Tonnen. Es ist wenig verwunderlich, dass dieser Durchsatz Spuren hinterließ – die Fördertechnik war in Teilen verschlissen, das Hallendach erneuerungsbedürftig. Im März 2025 wurde die Anlage stillgelegt, damit eine grundlegende Revision möglich wurde. Bereits seit 2021 waren umfangreiche Prüfungen, Planungen und Bauarbeiten umgesetzt worden.
Zu den Maßnahmen der Erneuerung gehörten auch solche, die die SABA mit Blick auf die Nachhaltigkeitsziele noch leistungsfähiger machen sollten, beispielsweise:
- Implementierung neuer, kaum fehleranfälliger Steuerungstechnik im Bereich der Schlackeaufbereitung.
- Einbau einer neuen Absauganlage zur Verringerung der Staubemissionen und Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen für die Mitarbeitenden.
- Neue Technik zum Gewinnen von Metallen (insbesondere Edelstahl und Verbundwerkstoffe).
- Tausch von 35 Förderbändern und der zugehörigen Stahlkonstruktion.
- Kompletter Tausch der Siebtechnik.
- Drei neue Nichteisenmetall-Trenner zur hochwertigen Abtrennung von Metallen kleiner 4 mm. Dadurch Verbesserung insbesondere bei Korngrößen kleiner 2 mm.
§image1§
Das Ergebnis des Umbaus kann sich sehen lassen: Trotz künftig auf rund 40 Prozent reduzierter Lagerflächen wurde die Leistung wesentlich gesteigert. Der Durchsatz liegt heute bei bis zu 200 Tonnen pro Stunde statt zuvor 125 Tonnen. Die jährliche Kapazität wurde dagegen bewusst reduziert. Obwohl 350.000 Tonnen im Jahr genehmigt wurden, werden am Standort nur 220.000 Tonnen jährlich verarbeitet. Dahinter steht eine klare Strategie: weniger Masse, dafür deutlich bessere Qualität. Denn die neue Technik trennt Material präziser, insbesondere bei Nichteisenmetallen.
§grafik2§
Auch in Sachen Umweltschutz konnte eine Verbesserung erzielt werden. Die moderne Ablufttechnik erfüllt neueste Anforderungen. Darüber hinaus reduziert die vollständige Asphaltierung des Geländes die Staubemissionen spürbar. Insgesamt wurden 10,3 Millionen Euro investiert, um den Standort technisch, organisatorisch und wirtschaftlich neu aufzustellen. Bereits im Herbst 2025 konnte die Anlage wieder vollständig in Betrieb gehen.
§image2§







