Seit 2025 bündelt FES seine Aktivitäten rund um Zero Waste in einem eigenen Geschäftsfeld. So greifen alle Maßnahmen optimal ineinander und ergänzen sich gegenseitig. Eine besondere Rolle spielt dabei das Label „reYOUrs“, das für Wiederverwendung steht. So wurden seit 2020 auf dem Wertstoffhof Ost unter diesem Zeichen gut erhaltene Elektrogeräte zur Weiterverwendung angenommen, seit 2023 gilt das für alle vier Wertstoffhöfe. Ab 2025 konnten hier auch gut erhaltene Haushaltsartikel, Spielwaren oder Dekoartikel abgegeben werden, die so neue Besitzerinnen und Besitzer finden können.
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Der perfekte Ort dafür war der reYOUrs-Secondhand-Pop-up-Store, der in einer Kooperation mit GWR (gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling mbH) 2025 entstand. Auf der Verkaufsfläche des früheren FES-Servicecenters am Liebfrauenberg wurden abgegebene Artikel in drei Themenblöcken zum Verkauf angeboten. Im August lautete das Motto: „Hessisches & Kurioses“, im September: „Rund ums Kind“ und der Oktober stand ganz im Zeichen von „Weihnachtsartikeln“. Insgesamt fanden sich über 1.400 Besucher zum Secondhand-Shopping ein.
Informieren und Mitmachen: im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern
FES unterstützt auf vielen Wegen die Zero-Waste-Kampagne der Stadt Frankfurt. Mit Informationen und Aktionen soll dabei im Rahmen der „Zero Waste City“-Strategie der jährliche Restmüll pro Kopf von 205 auf 120 Kilogramm sinken. FES ist hier als Sponsor und Partner an der Seite des Umweltamts. So auch beim E-Waste-Race, bei dem in einem Schulwettbewerb kleiner Elektroschrott gesammelt wird. Innerhalb von jeweils drei Wochen wurden von Frankfurter Schulen im Jahr 2024 6.886 Elektroschrottartikel, im Jahr 2025 7.402 Artikel gesammelt. Ende 2025 gab das Umweltamt der Stadt den Zero Waste Guide als praxisorientierten Ratgeber rund um Abfallvermeidung in Frankfurt heraus. Er entstand in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung von FES.
Im Zero Waste Lab, einer interaktiven Plattform, auf der Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einreichen können, sind seit seinem Start 2022 viele Ideen zusammengekommen. 2024/2025 wurden einige davon umgesetzt. Besonders erfolgreich ist die Abfalljagd-App, die zur Fußball-Europameisterschaft 2024 insbesondere auf den Fanmeilen auf hohe Beteiligung stieß. Die App motiviert Nutzerinnen und Nutzer, aktiv an der Stadtsauberkeit teilzuhaben und Preise zu gewinnen. Dazu wird achtlos weggeworfener Abfall aufgehoben, in den Papierkorb geworfen und das Ganze mit einem Foto dokumentiert. Im ersten Monat nach der Veröffentlichung wurden 1.300 Fotos eingesendet, im Jahr 2025 waren es insgesamt 4.843 Fotos. In Zukunft sollen die Möglichkeiten der App weiter ausgebaut werden bzw. ihre Funktionen in die allgemeine Bürger-App von FES „FrankfurtPlus“ integriert werden.
Trendthema Teilen und Tauschen: FES schafft Orte zum Entdecken
Im April 2024 wurde ein ganz besonderer „Shop“ eröffnet: Die Teilerei trägt ihr Prinzip bereits im Namen. Kundinnen und Kunden können Artikel zur Weiterverwendung dort hinbringen – und dafür selbst welche mitnehmen. FES unterstützte die Idee, die ihren Ursprung 2022 im Zero Waste Lab hatte, von Beginn an. In der Umsetzung stand das Unternehmen dem Projektteam mit Öffentlichkeitsarbeit und der Finanzierung einer Minijob-Stelle über zwei Jahre zur Seite. Der Umsonstladen in Niederrad wurde von Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen: Rund 100 von ihnen fanden sich an jedem Öffnungstag ein, monatlich wurden zwischen 3.000 und 8.000 Gegenstände weitergegeben. Für 3.000 weitergegebene Artikel ergibt sich rechnerisch eine potenzielle CO₂-Ersparnis von rund 14.000 kg.* Im März 2025 wurde die Ladenfläche um weitere 20 Quadratmeter erweitert.
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Im Juni 2025 brachte FES die Teilerei als Pop-up-Store in die Innenstadt: Das ehemalige Servicecenter am Liebfrauenberg öffnete an acht Tagen für je fünf Stunden eine Teilstation für Kleidung und Haushaltswaren. Auch hier war das öffentliche Interesse sehr groß, es wurden mehr als 2.400 Teile abgegeben, woraus sich eine potenzielle CO₂-Ersparnis von rund 12.500 kg ergibt.*
FES veranstaltete darüber hinaus im Berichtszeitraum auch eigene Tauschpartys und Tauschaktionen. Bei den ersten beiden reYOUrs-Tauschpartys im Jahr 2025 mit insgesamt rund 600 Besuchern wurden zusammen über 1.000 Kleidungsstücke getauscht und mehr als 180 Elektroaltgeräte abgegeben. Bei einer Tauschaktion auf dem Sommerfest des Großen Rates erhielten die Fastnachtsvereine die Möglichkeit, Bonbons gegen Elektroaltgeräte zu tauschen. Hier kamen zwei volle Gitterboxen mit „geretteten“ Produkten zusammen, darunter 49 sehr gut erhaltene Elektrogeräte.
Weitere Maßnahmen, die im Berichtszeitraum die Zero-Waste-Idee stärken konnten:
- 2024 startete wieder der eBay-Verkauf von „Bastelware“, also von nicht geprüften elektronischen Geräten. Es wurden 146 Geräte verkauft, 2025 waren es 193 Geräte.
- FES übernahm 2024 die Marketing- und Informationsmaßnahmen für das Re-Use-Netzwerk Hessen. In diesem Zusammenhang wurde der von FES zur Verfügung gestellte Online-Reparaturführer für Frankfurt überarbeitet und erweitert. Der neue Reparaturfinder Hessen zeigt jetzt Einträge aus Rhein-Main und dem gesamten Bundesland.
- Das Kindermagazin Fessie beschäftigte sich in den Ausgaben 1/2024 und 2/2025 im Schwerpunkt mit dem Thema Zero Waste und informierte dabei spielerisch über Begrifflichkeiten, richtiges Entsorgen und die Wiederverwendung von Gebrauchtem.
- Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) hatte im Jahr 2025 den Schwerpunkt „Reparieren statt Wegwerfen“. FES koordiniert die EWAV, die während ihrer dreiwöchigen Laufzeit ein breites Angebot für Frankfurter Bürgerinnen und Bürger bereitstellt. Auf dem Wertstoffhof Ost fand im Rahmen der EWAV eine Sammelaktion für Elektroaltgeräte und Spielsachen statt; in vier Stunden wurden 69 ausgemusterte Elektrogeräte eingesammelt. Im Jahr 2024 war das Thema „Rest(e)los genießen bis zum letzten Krümel“ u. a. mit den Schwerpunkten Lebensmittelverschwendung und Verpackungsflut.
- Der beliebte Klamoddekurier holte bei seinen 2.184 Einsätzen im Jahr 2024 23.420 kg Altkleider ab, 2025 waren es 36.540 kg in 2.228 Einsätzen.
* Gemäß CO₂-Rechner von ifeu Heidelberg und der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Der ausgewiesene Wert ist ein orientierender Wert für die potenzielle CO₂-Ersparnis. Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt maßgeblich von der weiteren Nutzungsdauer der Gebrauchtware ab.





